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Schlesische Runde

Schlesische Runde mit Vortrag „Schle­si­ens Eisen­bah­nen – ges­tern und heute: eine bebil­derte Zeit­reise“.

Im Rahmen ihrer monatlichen Schlesischen Runde hatte die Kreisgruppe Bonn am Samstag 14. November  zu einem Vortrag eingeladen. Dr. Manfred Göttlicher hat sich seit einiger Zeit intensiver in das Thema der Eisenbahn in Schlesien  vertieft, woraus ein Vortragspaket mit drei Präsentationen entstanden ist: einem Grundlagenteil, in dem die Eisenbahnentwicklung in Schlesien seit ihren Anfängen skizziert  wird (Streckenverläufe, Technik und Infrastruktur, Auswirkungen) und einem regionalbezogenen Teil in Form von zwei imaginären Reiseverläufen. An diesem Samstag standen der Grundlagenteil und der erste Reiseteil auf dem Programm. Die Route dieses Teils folgt im Wesentlichen der historischen Schlesischen Gebirgsbahn (SGB) von Görlitz / Kohlfurt über  Lauban, Hirschberg hinunter nach Glatz. Der Referent legte dar, dass es sich vor allem bei dem Regionalteil um eine Sammlung von Eindrücken handelt, die er auf verschiedenen Reisen der letzten Jahre gewonnen hat. Ein besonderes Erlebnis dabei war die Fahrt mit dem Dampflokzug der Berliner Eisenbahnfreunde nach Schlesien im September dieses Jahres. Soweit in dem Rahmen möglich, wurden diese, durch aktuelle Berichte und Fotos dokumentierten, Eindrücke in einen Bezug zu historischen Darstellungen gesetzt .
Dass dabei Licht und Schatten zum Vorschein kamen, war zu erwarten. Der Vortrag ging auf  bedauerliche Entwicklungen ein (Streckenstilllegungen, Verfall, Aufhebung von Schnellverbindungen, …), setzte aber auch zahlreiche positive Beispiele für die Weiterführung und Entwicklung der Eisenbahn im heutigen  Polen unter Leitung der PKP ins Bild (Erhalt und Instandsetzung, Bemühungen um Re-Elektrifizierung, Sanierungen im historischen Stil, …).  Natürlich würden viele von uns wünschen, dass man sich keine Sorgen um die  Weiterführung der Bobertal-Bahn machen muss, dass man die SGB-Nebenstrecke über Schmiedeberg wiedereröffnet oder die Riesengebirgsbahnstrecke hinauf nach Krummhübel noch existierte. Aber wenn das Auge auf so positive Erhalt-/Sanierungsbeispiele fällt, wie dem Referenten u.a. in Lauban, Kohlfurt, Hirschberg, Schreiberhau, Waldenburg-Altsassen sowie im Eulengebirge (Viadukte, Tunnels) begegnet, dann  lässt sich auch eine gewisse Freude und Bewunderung nicht unterdrücken.
Der zweite Reiseteil (Forst/Lausitz – Liegnitz – Königszelt-Breslau-Oppeln-Oberschlesisches Revier) soll im kommenden Jahr vorgestellt werden. Dabei werden auch die polnischen Bemühungen, die Erinnerung an die alte Dampflokzeit wachzuhalten (Museum und dieses Jahr zum 5. Male durchgeführte Dampflokgala in Königszelt), gewürdigt. Breslau mit seinen alten Bahnhöfen und weiteren Sehenswürdigkeiten wird als Europäische Kulturhauptstadt 2016 natürlich nicht zu kurz kommen.

Dr. Manfred Göttlicher

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