Kategorien
Verschiedenes

Höhepunkt des Sommers – 41. Sommerfest gefeiert

24.08.2015 | Gefeiert wurde am Samstag im Bad Godesberger Stadtpark beim traditionellen, dem 41. Sommerfest. Es war natürlich schon mal ein herrlich sonniger Tag, an dem die diesmal fast 70 beteiligten Vereine und Organisationen keine bangen Blicke zum Himmel schicken mussten, wie es im letzten Jahr der Fall war, in dem das Fest fast im Wasser versank. An allen Ständen herrschte ein buntes Treiben und auf den gemütlichen Bänken wurden oft auch ernste Gesprächsthemen ausgetauscht.
Schon aus der Ferne war an den Bannerfahnen „Schlesien“ und „Oberschlesien“ zwischen den Tischen des Godesberger Schachclubs und des Türkischen Frauenvereins der Stand  der Bonner Kreisgruppe der Landsmannschaft Schlesien zu erkennen. Hier brutzelte Alfred Damaschek leckere Krakauer, die er neben der für Oberschlesier bekannten Krautspeise „Bigos“ servierte. Viele Nichtkenner dieser Spezialität probierten und waren begeistert. Andere wieder langten beim „Schläschen Sträselkucha“ und der „Mohbabe“ zu. Daneben wurden Schriften über die Heimat, dabei auch der Spiegel-Bestseller „Herbstblond“ – die Autobiographie von Thomas Gottschalk, angeboten. „Ja, wir haben hier auf dem Sommerfest seit Jahren eine gute Standnachbarschaft mit dem Türkisch-Islamischen Verein“, konnte man immer wieder feststellen.
Besonders erfreut war man, als die Bonner Bundestagsabgeordnete, Frau Claudia Lücking-Michel an den Schlesier-Stand kam. Im Schlepptau hatte sie den CDU-Oberbürgermeister- Kandidaten, Ashok-Alexander Sridharan, der sich ebenso begeistert zeigte, wie ein zuvor am Stand interessierter Südkoreaner, der ohne zu zögern das „Schlesierlied“ und das „Oberschlesierlied“ auswendig vorsang. „Schlesien interessiere ihn“, so seine Worte. Immer wieder suchten interessierte Besucher das Gespräch um etwas über die Region Schlesien zu erfahren. „Ich bin gebürtige Oberkasslerin, das gehört ja jetzt zu Bonn, aber jetzt will ich mal nach Schlesien fahren“- oder: „Meine Oma kommt aus Schlesien“, meine Eltern können nicht mehr, jetzt muß ich mich mal darum kümmern, auch ein altbekannter Spruch.
Bis in die späten Abendstunden bot sich den Besuchern ein lokaler und internationaler Mix aus Informationen, Unterhaltung, Musik und Kulinarischem. Für Bezirksbürgermeisterin Simone Stein-Lücke bildet das Fest den „Höhepunkt des Godesberger Sommers“. Angesichts des ehrenamtlichen Engagements der zahlreichen Aussteller sprach sie von einem „Riesen-Knaller-Erfolg“. Der Bundesvorsitzende und auch zugleich Vorsitzende der Bonner Kreisgruppe der Landsmannschaft Schlesien, Stephan Rauhut, dankte allen Helfern und dem Helferverein des THW Bad Godesberg für dessen engagierte Mithilfe. 2016 soll das Fest nach den Planungen bereits vor den Sommerferien, am 25. Juni stattfinden, da sind wir wieder dabei!
Michael Ferber
 

Kategorien
Allgemeines Veranstaltungen

Gedenken an die Unterzeichnung der Charta der Heimatvertriebenen

Am 5. August 2015 fanden sich wie alljährlich Vertreter der im BdV vereinten ostdeutschen Landsmannschaften und weitere Besucher zur Erinnerung an die Charta der Heimatvertriebenen beim Gedenkstein am Rheinufer unterhalb der Beethovenhalle ein.
Dr. Ehrenfried Mathiak, der Vorsitzende der Landsmannschaft Ostpreußen, Kreisgruppe Bonn, würdigte in seiner Ansprache die vor 65 Jahren am 15. August 1950 unterzeichnete Charta als einen „Meilenstein auf dem Weg zur europäischen Integration“, „noch lange vor der Zeit als die Politik und die Parteien in Europa Europa … als Ziel angegeben haben“. Zugleich stellte er fest, wenn die Heimatvertriebenen „aber auch ihr Recht auf die Heimat geltend gemacht haben“, „ist“ dies „keine Revanche, sondern nur die Inanspruchnahme eines Menschenrechtes, ein Menschenrecht, das nun auch in den Menschenrechtskonventionen anerkannt ist“. Er betonte: „…die deutschen Heimatvertriebenen“ haben „in ihrer als Grundgesetz verstandenen Charta dem Revanchismus…..eine Absage erteilt, indem sie auf Rache und Vergeltung verzichtet haben“. Die Charta sei, wie sie seinerzeit bereits der ehemalige Bundespräsident Herzog bezeichnet habe, „ein beispielgebendes frühes Zeichen der Menschlichkeit und des Willens zur Versöhnung“.
Vor diesem Hintergrund nannte es Dr. Mathiak „menschliche Größe“, dass trotz der Verweigerung des Rechts auf Heimat „dennoch Millionen der Vertriebenen nicht zuletzt mit Reisen in ihre Heimat der Aussöhnung dienten und in vielen Fällen dazu beitrugen, dass sich die Lage der in ihrer Heimat nun lebenden Menschen verbesserte“. Diese „Brückenfunktion zu den östlichen Nachbarn“ werde leider von einer innerdeutschen Opposition nicht zur Kenntnis genommen und ignoriert.
Kritik übte Dr. Mathiak daran, dass die Bundesregierung den in diesem Jahr neuen Gedenktag für die deutschen Opfer von Flucht und Vertreibung mit dem bisherigen Weltflüchtlingstag am 20. Juni zusammengelegt hat. Es handele sich „um 2 Paar Schuhe“: Das aktuelle internationale Flüchtlingsleid einerseits und andererseits das nationale Gedenken an die nationale Tragödie, dass 12 Millionen Deutsche am Ende des Zweiten Weltkrieges ihre seit Jahrhunderten angestammte Heimat verloren, von dort vertrieben wurden bzw. fliehen mussten, was ca. 2 Millionen das Leben kostete“. „Es wäre befremdlich und mit dem Sinn des Weltflüchtlingstages nicht vereinbar, würde man sich inhaltlich an diesem Tage insbesondere der nationalen Tragödie widmen und vor allem die Opfer des eigenen Volkes würdigen“. Für „die Würdigung des deutschen Leids“ bleibe an diesem Tage „kein „Raum“.  Dr. Mathiak betonte: „Hierfür ist ein eigener Gedenktag für die deutschen Heimatvertriebenen notwendig und bleibt deshalb weiterhin eines unserer Kernanliegen“.
Nach der kleinen Gedenkfeier hatten die Teilnehmer Gelegenheit, bei sonnigem Sommerwetter im nahegelegenen Biergarten „Schänzchen“ Erinnerungen und Gedanken auszutauschen.
Dr. Ingolf Au
Fotos: Dr. Manfred Göttlicher

Kategorien
Verschiedenes

Jahresausflug der Kreisgruppen Köln und Bonn am 25.07.2015 nach Aachen

Einem alten, schlesischen Sprichwort aus dem 17. Jahrhundert zufolge, ist „das Glück der beste Leim, der die Gemüter zusammenfügt“. Doch war es nicht das Glück, welches die Kreisgruppen Köln und Bonn am 25. Juli 2015 zusammengeführt hat, sondern der alljährlich geplante Jahresausflug der schlesischen Landsmannschaften.
Ziel der diesjährigen Exkursion war der Besuch der ehemaligen Kurstadt Aachen, welche zur Zeit des karolingischen Kaisertums unter Karl dem Großen zu einem der kultur- und machtpolitischen Zentren Mitteleuropas zählte. Doch nicht nur aus kultureller Sicht ist Aachen ein reizvoller Ausflugsort, der durch seine historischen Zeugnisse besticht, sondern als gegenwärtige Studentenstadt mit der Rheinisch Westfälischen Technischen Hochschule ist Aachen eine Stadt am Puls der Zeit. So bot sich den 44 Teilnehmern ein facettenreiches Erkundungsprogramm, welches ihnen die Vielfalt des heutigen Aachens näher bringen sollte.
Beginn des Ausflugs war in aller Frühe um 9.00 Uhr in Bonn, wo der erste Teil der Reisegesellschaft mit einem Reisebus startete. Dieser holte anschließend die weiteren Mitreisenden in Köln ab und gemeinsam brachen sie in Richtung Aachen auf. Obwohl Petrus seine Himmelsschleusen weit geöffnet hatte, ließen sich die Teilnehmer nicht entmutigen und starteten den Vormittag mit einem kurzen Rundgang durch die malerische Altstadt Aachens. Am Elisenbrunnen entlang, einer der vier heißen Schwefelquellen der Stadt, führte der Weg des Erkundungsspazierganges geradewegs auf die Stadtbild prägende Pfalzanlage zu.
Das in Ost- West-Richtung ausgerichtete, bauliche Ensemble setzt sich aus dem Zentralbau des Doms zu Aachen, der sogenannten Pfalzkappelle, und der Aula Regia, dem heutigen Rathaus zusammen. Mit dem Bau dieses Regierungssitzes versinnbildlichte Karl der Große, der sich in der Nachfolge des römischen Kaisers Konstantin wähnte, seine Rolle als Vermittler zwischen der Allmacht Gottes und seiner irdischen Regentschaft. Einblicke in die geschichtlichen Hintergründe und die architektonische Formsprache dieses repräsentativen Baus erhielten die Teilnehmer bei einer weiteren Führung durch das Rathaus mit seinem Krönungssaal, wo man sich in eine längst vergangene Zeit zurückversetzt fühlte. Zudem bestand noch die Möglichkeit den Dom mit dem zum 800. Jubiläum neu restaurierten Karlsschrein zu besuchen.
Nach den Strapazen der vormittäglichen Zeitreise kamen die Ausflügler dann bei einem gemeinsamen Mittagessen in der belebten Pontstraße, dem Studentenviertel der Stadt, wieder zusammen und konnten dort die Eindrücke des Erlebten austauschen oder sich in den Bann des studentischen Treibens ziehen lassen. Gesättigt und neu gestärkt ging die Reise dann weiter zum Werksverkauf bei Lindt, einem echten Geheimtipp bei einem Besuch der Stadt. Kaum einer der Teilnehmer blieb bei der Schnäppchenjagd erfolglos, denn wer kann schon guter Schokolade wiederstehen…
Schließlich machte die Reisegesellschaft noch Station bei dem idyllisch gelegenen Gut „Entenpfhul“, nahe des Dreiländerecks, wo man sich in salonartiger Atmosphäre beim Kaffee und Kuchen entspannen konnte. Angeregte Unterhaltungen und ein geselliges Beisammensein prägten das Bild der Szenerie und markierten einen gelungenen Ausklang eines ereignisreichen Ausflugtages, sodass sich in den anfangs zitierten Worten doch eine unweigerliche Wahrheit erkennen lässt, denn es ist eine Zeit als glücklich zu bezeichnen, in der Menschen die Möglichkeit haben, Erlebnisse sowie Eindrücke miteinander teilen und genießen zu können.
» Zur Bildergalerie

Stephanie Damaschek